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Gelungene Buchpräsentation und Ausstellungseröffnung im Rathaus Oberwinter

Der Rathausverein Oberwinter konnte sich am Freitag, 12. Juni 2026, über ein volles Haus freuen. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher waren in das Alte Rathaus gekommen, um die Vorstellung des neuen Buches „Der Kölsche – …berechtigt zum Führen von Fahrzeugen auf dem Rhein“ sowie die begleitende Ausstellung zu Ehren des Oberwinterer Rheinschiffers Johann „Hans“ Klein zu erleben.

Im Mittelpunkt des Abends stand die außergewöhnliche Lebensgeschichte von Johann Klein, der den größten Teil seines Lebens auf dem Rhein und den Wasserstraßen Europas verbrachte. Über Jahrzehnte war er als Schiffsführer unterwegs, bevor er gemeinsam mit seiner Ehefrau Inge in Oberwinter seinen letzten Ankerplatz fand. Aus zahlreichen Gesprächen mit Freunden und Weggefährten entstand der Wunsch, seine Erinnerungen und Erlebnisse für die Nachwelt festzuhalten.

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Das Ergebnis ist ein 196 Seiten umfassendes, reich bebildertes Buch im Format 20 x 20 Zentimeter, das für 20 Euro erhältlich ist. Es dokumentiert eindrucksvoll die Rheinschifffahrt der Mitte des 20. Jahrhunderts – eine Zeit ohne Radar, ohne offene Grenzen und mit ganz anderen Herausforderungen für die Schiffsbesatzungen. Johann Klein berichtet von seinen Fahrten mit Motorschiffen, Raddampfern, Lastkähnen, Schleppern und Passagierschiffen und schildert dabei zahlreiche Abenteuer auf den europäischen Wasserwegen.

Die Buchvorstellung wurde von Dr. Jo Weisshaar moderiert, der die handschriftlichen Aufzeichnungen und Erinnerungen von Johann Klein bearbeitet und in druckreife Form gebracht hat. Unterstützt wurde er von langjährigen Freunden und Stammtischgefährten des Verstorbenen: Werner Schäfer, Peter Schmitz, Heinz Wilms, Hans Metternich und Dr. Norbert Kessel. Die Herren gehörten zum festen Kreis des legendären „Mettbrötchen-und-Kölsch“-Stammtisches, der sich regelmäßig in der Gaststätte Alt-Oberwinter traf.

Mit viel Humor und persönlicher Verbundenheit erzählten die Beteiligten von der Entstehung des Buches und trugen ausgewählte Episoden daraus vor. Die zahlreichen Anekdoten sorgten immer wieder für herzhaftes Gelächter im Publikum. Besonders anschaulich erläuterte Jo Weisshaar auch die Herkunft des Spitznamens „Der Kölsche“, der schließlich zum Titel des Buches wurde.

Für einen besonderen Überraschungsmoment sorgte der Moderator, als er hinter dem Rednerpult ein Glas, ein Ei und einen Cognac hervorholte, alles miteinander vermischte und demonstrativ probierte. Dabei handelte es sich um das angebliche Lieblingsfrühstück von Johann Kleins Vater, ebenfalls Schiffsführer und zugleich strenger Lehrmeister seines Sohnes. Diese Tradition, so wurde augenzwinkernd angemerkt, habe Johann Klein allerdings nicht übernommen.

Einen würdigen Rahmen erhielt die Buchpräsentation durch die Eröffnung einer begleitenden Ausstellung. Mitglieder des Rathausvereins haben hierfür zahlreiche Exponate aus dem Nachlass von Johann Klein zusammengestellt. Besonders beeindruckend sind die vielen Schiffsmodelle unterschiedlicher Größen, die er selbst – teilweise gemeinsam mit seinem Vater – gefertigt hat. Die detailreichen Arbeiten zeugen von seiner großen Leidenschaft für die Schifffahrt sowie von seinem außergewöhnlichen handwerklichen Geschick. Freunde und Bekannte schätzten ihn zeitlebens als vielseitigen Tüftler und Reparateur, der für nahezu jedes technische Problem eine Lösung fand.

Johann Klein, den in Oberwinter nahezu alle nur „Hans“ nannten, erlebte die Vollendung seines Buches leider nicht mehr. Er starb im Herbst 2026 überraschend mit 92 Jahren, denn er hatte immer gesagt: „Ich werde 100!“ Am Abend vorher war er noch in seinem geliebtem „Alt Oberwinter“ und sagte: „Esch vöhl mesch hütt net jood, morje vröh jonn esch nomm Dokter“. Oberwinter war geschockt! Umso bewegender war die Erinnerung an einen Mann, der das Leben auf dem Rhein liebte und in Oberwinter eine neue Heimat gefunden hatte.

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Beim anschließenden gemütlichen Beisammensein wurde mit Kölsch, Käse und kleinen Häppchen auf das Leben und Wirken von Hans Klein angestoßen. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, eigene Erinnerungen auszutauschen und Geschichten über den beliebten Oberwinterer zu erzählen. Alle Besucher waren sich sicher: er schaut von oben zu und freut sich, dass viele seiner gedachten und noch stundenlang sich erinnerten und „jeuchelten“. Ein wunderbarer Abend!

Die Öffnungszeiten der Ausstellung sind:
Sonntag, 14. Juni 2026, 15 bis 17:00 Uhr

Sonntag, 21. Juni 2026, 15 bis 17:00 Uhr

Sonntag, 28. Juni 2026, 15 bis 17:00 Uhr

Sonntag, 05. Juli 2026, 15 bis 17:00 Uhr